Auch wenn ich generell nicht der Spenden-Typ bin, weil man bei den Organisationen einfach nie weiß, wieviel Geld von der eigenen Spende wirklich ankommt, schaue ich mir doch die Post immer an unter dem Gesichtspunkt „Wie ist das denn gemacht?“. Berufskrankheit sozusagen.
Heute morgen war Post von WWF im Briefkasten. Thema: Die Abholzung und das Roden im Amazonasgebiet.
Wenn man das dann so liest, bekommt man schon einen dicken Hals.
Im Schnitt wird pro Minute eine Fläche von ca. 5 Fussballfeldern Größe Regenwald vernichtet. Das muss man mal versuchen, sich räumlich vorzustellen. Das ist eine ganze Menge.
Wenn man den Gedanken dann mal weiter verfolgt, drängt sich einem die Frage auf: Wie soll das eigentlich weitergehen?
Man weiß vielleicht, dass der Sauerstoff der Erde nicht nur im Regenwald „produziert“ wird, sondern auch zu einem nicht unerheblichen Anteil in Sibirien, nämlich in der Tundra. Dennoch hilft uns das nicht beträchtlich weiter, wenn man die restlichen Wälder – vor allem die Regenwälder – zerstört. Sollen die nächsten Generationen dann mit Sauerstoffmasken herumtanzen? Wer kann heute schon sagen, welche Folgen und Auswirkungen es für uns alle haben wird, wenn man die Regenwälder zerstört? Man zerstört schließlich nicht nur Wald und Sauerstoffquellen, sondern auch die gesamte Flora und Fauna. Wenn die Natur gewollt hätte, dass auf einen Schlag unendlich viele Arten von Pflanzen und Tieren vernichtet würden, dann hätte sie selbst dafür gesorgt in Form von einer Naturkatastrophe. Und ich denke nicht, dass die Natur den Menschen als Naturkatastrophe für diese Aufgabe installiert hat.
Wer weiß, welche Auswirkungen das alles auf das gesamte Leben und Ökosystem der Erde haben wird, wenn man die Arten ausrottet, die wir zu großen Teilen noch nicht einmal gekannt haben. Es wird einen Sinn haben, dass sie existieren, da die Natur nichts sinnloses hervorbringt. Und irgendwann werden wir Menschen die Rechnung dafür erhalten, was wir der Natur und unserer Umwelt heute antun.
Das Schlimme ist, dass der Mensch sich über die Natur erhaben fühlt und vergisst, dass er selbst ein Teil dieses großen, noch funktionierenden, Systems ist. Wir sind nicht über die Natur erhaben. Man könnte boshaft sagen, die Natur sieht sich das ganze Spektakel an und denkt sich „Am Ende bekomme ich euch sowieso.“. Der Mensch hat den Respekt und das Miteinander mit der Natur verlernt. Und genau deswegen ist der Mensch das einzige Tier, dass seine eigene Zukunft sehenden Auges vernichtet. Traurige Geschichte.
Der Mensch tut seiner scheinbar wehrlosen Umwelt Dinge an, die er einem sich wehrenden „Gegner“ nie antun würde. Wie würde der Mensch sich fühlen, wenn jemand ankommen und seinen Lebensraum unvorgewarnt abbrennen würde? Sicherlich nicht gut. Aber was interessiert es die armen Menschen im Amazonasgebiet, ob sie den Sauerstoff von morgen zerstören? Die interessiert, wie sie heute ihre Familien durchbringen.
Ganz große Scheiße ist das. Die Menschheit sägt den Ast ab, auf dem sie sitzt. Großes Damentennis.
Full HD Ensis – Er kam aus dem Meer, die Couch ist sein Ende
http://lyrics.wikia.com/Prinz_Pi:H%C3%B6hlenmensch
Der Track thematieiert das Problem.
http://www.youtube.com/watch?v=emljiqEkYpc
1:49 anfang