fufu’s blog – über alles und nichts

mal wieder neu – mal wieder wild … Über Fussball, Aufgeschnapptes und alles andere, das bewegt.

37°: Arbeiten um jeden Preis 18 März, 2009

Gespeichert unter: Gesellschaft, TV und Medien, politik — amazingfufu @ 11:08
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So lautete der Titel der 37° Reportage auf ZDF gestern Abend.
Es ging nicht, wie man vielleicht hätte erwarten können, um Langzeit-Arbeitslose, die einen Job suchen und alles annehmen würden – nein, es ging um Leiharbeiter.

Wenn man sich nicht eingehend mit dem Thema Leiharbeit befasst, kennt man vermutlich nur die Punkte: Leiharbeiter sind flexibel, Leiharbeiter sind günstig. Wenn man die Reportage gesehen hat (die mit Sicherheit zwei extreme Fälle herausgegriffen hat, aber trotzdem), dann bekommen diese zwei Punkte eine ganz andere Bedeutung: Leiharbeiter sind bis zum Äußersten verbiegbar, Leiharbeiter sind hoffnungslos unterbezahlt.

Bei den beiden Fällen handelte es sich um einen gelernten Maurer und einen gelernten Koch.
Der Koch hatte bereits viele gute Jobs in der ganzen Welt in der Spitzengastronomie, lebte in den USA, kam für seine Partnerin zurück nach Deutschland und fand nur über eine Leiharbeiterfirma Arbeit. Er sei zu alt (53?54?), lautete es stets in den Bewerbungsabsagen.
Der gelernte Maurer arbeitete 7 Jahre lang für eine Zeitarbeitsfirma, nun ist er ohne Job. In der Regel werden die Leiharbeiter nach 5 Monaten gekündigt, um den Kündigungsschutz zu umgehen.
Aber hier frage ich mich: Einen „normalen“ Angestellten kann man doch ebenfalls in der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen oder nicht? Ist hier das Verhältnis nicht gleich?

Jedenfalls werden Leiharbeiter laut dieser Reportage nicht vernünftig eingearbeitet, nicht vernünftig behandelt, in manchen Betrieben sogar gemobbt (andere Arbeitskleidung, andere Pausenräume, zu Aushilfsarbeiten verdonnert). Und da sie alles mitmachen, aus Angst den Job wieder zu verlieren funktioniert das für manche Unternehmen wohl. Über die Bezahlung brauchen wir nicht reden, die meisten müssen zusätzlich Hartz IV beantragen, weil sie so wenig verdienen.
Natürlich ist das in anderen Berufen auch der Fall (Tagesmütter, Pflegeberufe usw.), dennoch richtig Panne.

Ich weiß nicht, ob das nun Fälle sind, wo das im speziellen so gelaufen ist oder ob es WIRKLICH die Mehrheit ist, die so behandelt wird. Wirklich erschreckend, was da abgeht, das hat mit vernünftigem Arbeiten nichts mehr zu tun. Nur wie lässt sich dieses Problem lösen?
Mindestlöhne? Nein. Das kann sich die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland (sprich: der Mittelstand) noch weniger leisten, die ganzen Abgaben und Gängeleien sind schon so groß genug. Wer dann noch einen Mindestlohn erwirtschaften muss für jeden Angestellten, der wird seine Angestellten nicht alle halten können, weil damit auch die Nebenkosten und die Abgaben weiter steigen. Mehr Ausgaben = weniger Personal.
Der Schlüssel liegt vermutlich eher bei den Zeitarbeitsfirmen, die die Stellen vermitteln. Die erinnern so ein bisschen an einen schlechten Berater im Fussball. Die Stellen werden schnell verteilt und möglichst oft, damit die Zeitarbeitsfirma viel Geld damit verdient. Die Vermittelten werden dabei verheizt. Das ist das gleiche Spiel, das manche Berater mit ihren Spielern treiben und sie möglichst oft an neue Vereine verschachern, um die Provision des Transfers abzukassieren. Ob der Spieler dann wirklich Fuß fassen kann, interessiert den Berater meist weniger. Die Zeitarbeitsfirmen machen Millionengewinne und die Vermittelten haben kaum genug Geld zum Leben. Skurriler geht’s kaum.

 

Die katholische Kirche 18 März, 2009

Gespeichert unter: Gesellschaft, Nachrichten, politik — amazingfufu @ 10:48
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In der letzten Zeit taucht der Papst öfter in den Medien auf, als sonst.
Erst kürzlich entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, dass der Papst den Piusbrüdern die Hand reichte, um nach ihrer Exkommunikation wieder in den Schoß der Kirche zurückzukehren.
Dass die Piusbrüderschaft eine judenfeindliche Einstellung vertreten und den Holocaust leugnen, das hat der Papst angeblich nicht gewusst.
Die Bundeskanzlerin macht imho den Fehler, sich dazu zu äußern und den Papst zu kritisieren, was ihr viele der extrem konservativen Wähler/Katholiken ankreideten. Am besten hätte sie nichts dazu gesagt oder jemand anderen vorgeschickt, denn dass das ein Fehltritt des Papstes war, war offensichtlich, da hätte es keinem Kommentar bedurft.

Nun reist Papst Benedikt XVI. nach Afrika, mit der Botschaft im Seggl, dass Kondome das AIDS Problem nicht lösen und zudem eine böse Sache sind, die im Christentum keinen Platz haben.
In seiner und der Vorstellung der Kirche nicht, aber wie sieht es aus in einer modernen Welt, in der nun einmal die Mehrheit der Menschen auf der Erde leben?

Man fühlt sich schnurstracks zurückkatapultiert ins Mittelalter, wenn man so etwas hört.