Letzten Samstag fand, wie jeden Samstag, die nächste Live-Show von „Deutschland sucht den Superstar“ statt. Das Motto dieses Mal lautete „Partyhits“, auch wenn das der Show nicht unbedingt anzumerken war. Die wenigsten Kandidaten trauten sich, einen fetzigen Song zu wählen, sondern zogen es vor, sich mit etwas einfacheren Nummern durch die Show zu dudeln.
Bereits vor der Show wurde ordentlich breit getreten, dass sich nach Annemarie nun auch Benny für die Bildzeitung halb nackig gemacht hat (sogar zusammen mit seinem schwulen „besten Freund“). Gähn.
Holger hat sein Seepferdchen gemacht. Wahnsinn. Aber mit irgendwas muss man die Sendezeit ja füllen und immerhin sind diese Trailer auch noch besser zu verkraften, als das ständige Dummgeschwätz von Schreyl.
Sarah Kreuz eröffnete dieses Mal die Mottoshow mit „I will survive“, okay, Partyhit, ja gut. Kann man durchgehen lassen, die Performance wie gewohnt gesanglich auf dem oberen Level, ansonsten eben wie immer unterkühlt und ein bisschen gelangweilt. Mag auch sein, dass das nur so rüberkommt, aber naja. Wieder einmal ein Einspieler von der gescheiterten Beziehungsnummer, weswegen der Titel ja so gut passe, blabla. Wird langsam fast so nervig wie die sonst angeblichen Liebesbeziehungen innerhalb von DSDS.
Ach ja, ein bisschen Augen auskratzen gab es noch, weil Annemarie natürlich seit der letzten Sendung zur absoluten Buh-Frau erklärt wurde. Hat GNTM Charakter, wie sich nun alle in die Pfanne hauen, das sagte ich ja schonmal bereits.
Highlight war, dass Dieter Bohlen Bruce Darnell eingeladen hat, um Sarah zum Einen besseres Englisch beizubringen, zum Anderen „wie man sich bewegt“. Sexy, sexy, sexy, Bruce ist nunmal einfach Bruce und Bruce gehört in Castingshows wie Ketchup zu Pommes.
Benny durfte dann auch in die Manege auf die Bühne und blieb glücklicherweise angezogen. Er hupste fröhlich „What is love“ gröhlend über die Bühne und man muss ihm lassen, dass das gesanglich bisher sein bester Auftritt war.
Vanessa Neigert trällerte wieder einmal Schlager und sucht mit ihrem Song einen Cowboy als Mann. Jürgen Drews war der Überraschungsgast im Publikum, der mit Vanessa zusammen etwas „machen will“ und ich denke mal, egal wie weit sie bei DSDS kommt, wenn „der König von Mallorca“ sie unter seine Fittiche nimmt, dann wird sie ihren Weg im Musikgeschäft gehen. Bei DSDS ist hoffentlich bald Schluß, weil nur Schlager singen einfach nicht geht.
Daniel Schuhmacher wollte dieses Mal wohl endlich keine Schnulze singen, allerdings passte „Sweet Dreams“ irgendwie nicht so recht zu ihm und seiner Stimmfarbe. Ist mit Sicherheit ein subjektiver Eindruck und viele fanden den Auftritt superklasse. Beim Friseur war er wohl auch, wie alle extra nochmal anmerkten. Wenn’s sonst nix gibt, dann ist es eben die Frisur.
Marc hatte sich immerhin einen wirklichen Party-Song rausgegriffen und wollte mit „Celebration“ die Bühne rocken. Wie bereits letzte Woche misslang das völlig, Marc ist einfach der Boybandtyp aber kein Solokünstler. Steckt man den zusammen mit 3 oder 4 anderen gutaussehenden Jungs, kann das durchaus funktionieren, sofern vernünftige Musik und vernünftiges Management dahintersteht. Würde man Marc bei Westlife mit reinbringen, würde das keiner merken, der die Scheibe nur hört und nicht sieht, wer da singt. Zurecht wählten ihn die Zuschauer aus der Sendung.
Holger performte „We are the Champions“ und vergriff sich mit Queen einfach kilometerweit. Auch wenn er am Klavier vernünftig spielen kann, das mit dem Singen klappt einfach nicht immer so hundertprozentig. Wäre Marcs Auftritt nicht auch unterirdisch gewesen, hätte Holger eigentlich gehen müssen. Die Zuschauer sehen das allerdings nicht so, Holger ist sicher in der nächsten Mottoshow.
Dominik Büchele enttäuschte in dieser Mottoshow das erste Mal ein bisschen, allerdings nicht, weil sein Auftritt schlecht, sondern weil die Titelwahl total Panne war. „Reality“ ist natürlich wieder einmal Schmalzi Schmalzi Ballade, was wir ja nun die ganze Zeit von Dominik schon hören. Zudem ist der Song vom Schwierigkeitesgrad her nicht gerade der Burner. Da muss das nächste Mal schon etwas mehr kommen, auch wenn er natürlich sicher durch die Entscheidung gekommen ist.
Annemarie wagte sich mit „99 Luftballons“ von Nena auf die Bühne und versuchte tapfer, die ganzen Buh-Rufen aus dem Publikum gelassen zu ignorieren. Ob das so ganz gelungen ist, ist die Frage. Der Auftritt war nicht so wirklich das, was man superstartauglich nennen kann und Ablenkung durch wenig-Klamotten gab es dieses Mal auch nicht so richtig. Die Jury kritisierte den Auftritt ebenfalls und Dieter Bohlen setzte noch einen drauf, indem er sagte, man müsse sich über Antipathie nicht wundern, wenn man einen auf „Everybody’s Arschloch“ macht.
Annemarie ist definitiv die Kandidatin, die am meisten Sympathie-Kredit verzockt hat, mit ihrer Lästeraktion gegen Holger. Man wird sehen, ob die Zuschauer sie allein aus Mobbingzwecken noch lange in der Show lassen, um sich zu freuen, wenn es wieder einmal heißt „Alle hauen auf Annemarie ein“.
Eigentlich hat sich ziemlich jeder der Kandidaten über diese ganze Situation ausgelassen, auch die Jury und die Eltern und wer auch immer haben sich ordentlich reingehängt, lange kann das also nicht mehr spannend bleiben.

