fufu’s blog – über alles und nichts

mal wieder neu – mal wieder wild … Über Fussball, Aufgeschnapptes und alles andere, das bewegt.

Immer geht es nur um Opel. 1 April, 2009

Wie die Überschrift schon sagt: Immer geht es nur um Opel.
In den Medien, in der Politik.

Man hört nur Berichte darüber, was alles unternommen werden soll, um Opel zu retten. Gelegentlich geht es zwischendurch noch um die Hypo Real Estate, die ich aber mal außen vor lasse, weil es eine Bank ist und wir seit Kurzem von Worten wie „Systemrelevanz“ ja nur so bombardiert werden.

Wer redet eigentlich endlich mal über den Mittelstand?
Wikipedia sagt:

Der Mittelstand in der Bundesrepublik Deutschland umfasst nach quantitativer Definition

  • rund 99,7 % aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, in denen knapp
  • 65,9 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angestellt sind,
  • rund 38,3 % aller Umsätze erwirtschaftet werden sowie
  • rund 83,0 % aller Auszubildenden ausgebildet werden.[1] [2]

Betrachtet man hingegen nur die Familienunternehmen, sprich den Mittelstand nach qualitativen Kriterien, zeigt sich die volkswirtschaftliche Bedeutung anhand folgender Zahlen:

  • Etwa 95 Prozent der in Deutschland ansässigen Betriebe und Unternehmen werden als Familienunternehmen geführt.
  • Sie tragen mit einem Anteil von etwa 41,5 Prozent zum Umsatz aller Unternehmen bei und stellen
  • 57 Prozent der Arbeitsplätze.[3]

Soso. Der Mittelstand, sprich die kleinen und mittleren Unternehmen, stellen also 65,9% der Arbeitsplätze. Ganz schön viel. Weiß das eigentlich keiner?
Wann wird mal darüber gesprochen, wie man dem Mittelstand helfen kann?

Wenn ich dann, wie gestern, Herrn Scholz im TV herumspazieren sehe, der sich damit brüstet, dass die Kurzarbeitsbedingungen vereinfacht wurden und man nun x Monate länger Kurzarbeit als Unternehmer anmelden kann…Naja. Dann frage ich mich schon, ob der Mann überhaupt mal in der freien Wirtschaft tätig war und falls ja, wieviel er so mitbekommen hat. Da wird immer der Zeigefinger erhoben „Da werden Leute entlassen, dabei haben wir doch die Kurzarbeit so attraktiv gemacht.“. Glauben unsere Politiker (und das Volk?!) eigentlich, dass Unternehmer aus Spaß an der Freude Arbeitsstellen abbauen? Oder der einzige Grund für Stellenabbau Gewinnmaximierung ist? Vielleicht ist das bei den großen Konzernen so, mit denen die Politiker größtenteils in Berührung kommen, beim Mittelstand geht es derzeit ums Überleben. Da hilft einem auch keine Kurzarbeit, wenn man keine neuen Aufträge mehr reinbekommt und kein Geld mehr hat, um die Mitarbeiter zu bezahlen.
Scholz’ Aussage war: „Kein Unternehmer, der noch Hoffnung hat, wird entlassen, bevor er nicht Kurzarbeit anmeldet.“. Aha? Ich möchte mal die Frage in den Raum stellen, wie man als mittelständischer Unternehmer derzeit Hoffnung haben soll, wenn es darum geht, das Unternehmen irgendwie durch die Krise zu bringen. Der einzige Weg ist Kosten einzusparen und leider ist es in Deutschland nunmal so, dass Personalkosten der größte Block sind, den man Monat für Monat aufwenden muss. Also ist das die letzte Konsequenz wo man noch sparen kann, wenn man ansonsten schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat.

So lange der Staat darüber diskutiert, wie bei Opel Steuergelder verbrannt werden sollen, kann der Mittelständler keine großen Hoffnungen haben. Zumindest keine auf Hilfe.
Auch das Abwrackprämien nur Strohfeuer sind und nur funktionieren, wenn sie eingebettet sind in langfristige Maßnahmen, scheint jeder gekonnt zu ignorieren. Der Absturz der Autoheimer folgt dann eben 2010, wenn die Abwrackprämie nicht mehr gezahlt wird. Und dann wird die Landung in der Realität noch härter. Bis dahin müssen Maßnahmen der tollen „Konjunkturpakete“ greifen. Auch hier ist wohl eher das Wort „Hoffnung“ angebracht.

Man merkt auch, dieses Jahr ist wieder einmal Wahljahr und man versucht bereits jetzt, nur möglichst populsitisch aufzutreten. Unangenehm ist unangesagt. Und echte Entlastung von der Politik ist erst einmal nicht zu erwarten.

Es gilt wie immer: Man muss sich selber aus der Scheiße ziehen.

 

Hart aber fair. – Die erste Sendung im neuen Jahr 8 Januar, 2009

Gespeichert unter: Gesellschaft, TV und Medien, politik, steuern — amazingfufu @ 15:53

Gestern wurde die erste Sendung von „Hart aber fair.“ im neuen Jahr ausgestrahlt.

Thema war „Weihnachten verlängert! Wem nutzen die Berliner Geldgeschenke?“. Natürlich ging es um die Wirtschaftskrise, die Konjunkturpakete und den Wahlkampf für die bevorstehenden Bundestagswahlen.

Unter anderem durfte Herr Plasberg Guido Westerwelle und Gregor Gysi als seine Gäste begrüßen, die in fröhlicher Runde debattierten.

Zum Factsheet der Sendung geht es hier.

 

Was wäre wenn…? 15 Juli, 2008

Gespeichert unter: der normale wahnsinn, politik, steuern — amazingfufu @ 12:36

Wer kennt sie nicht, die „Was wäre wenn…?“ Fragen und genau das haben Matze und ich mal ein wenig durchgesponnen:

Was wäre wenn …

… wir in Deutschland ausnahmslos alle Sozialabgaben abschaffen würden?

… wir dafür in jedem Bürger, egal ob Kind oder Greis, (insert Zahl x here) EUR 800,– im Monat vom Staat zur Verfügung stellen würden?

… jeder Bürger von den EUR 800,– einen bestimmten, gesetzlich festgelegten Satz in Krankenversicherung, Arbeitslosen- und Rentenversicherung investieren müsste, um eine Grundabsicherung zu gewährleisten?

… der Rest der EUR 800,– frei verfügbar wäre und man eigenverantwortlich entscheiden könnte, ob man zusätzlich noch privat Vorsorge leistet für den Notfall oder das Alter?

… wir den Steuerwust abschaffen, und nur noch Steuereinnahmen über einen höheren Mehrwertsteuersatz generieren?

… wir tatsächlich unser Gehalt netto wie brutto in der Tasche hätten (weil alle Abgaben entfallen)?

Wenn man dieses mal formulieren will:
Würde ein Staatsmodell funktionieren, in dem sich der Staat auf seine eigentlichen Aufgaben besinnt und dem Bürger die Eigenverantwortung lässt?
Natürlich benötigt man eine soziale Sicherheit, und die Grundbasis soll natürlich gewährleistet sein. Deswegen sollte der Staat den Bürger in jedem Fall zu einer Mindestvorsorge anhalten, die gesetzlich festgeschrieben wird.
Man würde den Staat finanziell enorm entlasten, da zum Einen die Kosten für Bürokratie dramatisch sinken würden, zum Anderen könnte der Staat seinen Haushalt verlässlich planen, da er mit Fixkosten (EUR 800,– pro Kopf) rechnen kann und nicht mit unendlich vielen Variablen (wie viele Arbeitslose müssen bezahlt werden? Wer erhält wieviel? Usw.). Die EUR 800,– nimmt der Staat über seine Einnahmequelle „Mehrwertsteuer“ ein.

Mit der Grundabsicherung ist jeder sozial abgesichert für den Notfall, allerdings kann darüber hinaus jeder selbst entscheiden, welche zusätzlichen Leistungen sinnvoll oder nötig sind. Warum soll der Staat wissen, wieviel Gesundheitsvorsorge für mich gut ist? Warum soll der Staat mir vorschreiben, wieviel ich für mein Alter vorsorgen soll? Warum sollte ich das nicht selbst entscheiden?
Sicherlich schreien nun viele auf und sagen: „Der Bürger ist nicht eigenverantwortlich genug, um solche Entscheidungen zu treffen! Der allgemeine Topf ist doch wesentlich sicherer und bequemer“.
Ist das wirklich so? Sind eigenverantwortliche Entscheidungen für das eigene Leben und Wohlergehen nicht doch optimaler? Warum sollte man diese Entscheidungen nicht treffen können?

Durch die Entbürokratisierung würden natürlich viele Beamte ohne Beschäftigung sein, allerdings: Könnte man diese nicht als Berater weiterhin beschäftigen? Die, die die Entscheidung nicht allein treffen können/wollen, wie sie sich zusätzlich absichern und versichern benötigen Beratung. Die Beamten könnten sich ohne Schwierigkeiten auf die neuen Umstände einstellen und als Berater fungieren. So entstünden nicht unerheblich viele und neue Geschäftszweige, zum Einen die Beraterfunktionen, zum Anderen die Privaten, die Möglichkeiten der Zusatz-Versicherung anbieten. Wäre dann eben alles privat, aber einen Nachteil gäbe es dennoch für niemanden, da jeder entscheiden kann WO er sich versichern möchte und WIEVIEL er in die Versicherungen einzahlen will.
Damit würden dem Staat also etliche Zusatzausgaben wegfallen, womit man den Haushalt entlasten könnte.
Zudem fallen alle Zusatzleistungen für den Staat weg, wie Kindergeld, Wohngeld etc. etc., da jedem die EUR 800,– zustehen.

Was wäre nun, wenn man den Steuerdschungel abschaffen und einfach nur noch über die Mehrwertsteuer Einnahmen erzielt?
Sicher – wer braucht dann noch einen Steuerberater? Aber auch die könnten in o.g. Beratertätigkeiten switchen.
Würde der Staat seine kompletten Steuereinnahmen nur noch über die MwSt. finanzieren, gäbe es auf einen Schlag keine Schlupflöcher mehr. Jeder der konsumiert zahlt Steuern. Egal ob arm, reich, klug, schön oder nicht. Der gleiche Prozentsatz für alle. Keine Möglichkeiten mehr für die Reichen sich der Steuern zu entziehen, weil der Dschungel so undurchsichtig ist, dass man mit einem gewitzten Steuerberater drumherumkommt seinen Beitrag zu zahlen. Keine Möglichkeiten mehr für Andere, den Staat auszubeuten und zu betrügen, wenn es um Sozialleistungen geht, die man beantragen kann.

Würde das funktionieren? In der Theorie steigt die Kaufkraft in allen Bevölkerungsschichten, da die EUR 800,– bei jedem ankommen (abzüglich der Grundabsicherung). Da sicherlich nicht jeder den vollen Betrag in seine soziale Absicherung investiert, wird der Konsum – in welcher Form auch immer – durch die EUR 800,– angekurbelt. Das kurbelt die Wirtschaft und die Produktion an, da die Nachfrage steigt. Durch den gesteigerten Konsum verdient der Staat an der Steuereinnahme „Mehrwertsteuer“. Die Arbeitgeber werden finanziell eklatant entlastet, da die Nebenkosten wegfallen – der Arbeitnehmer hat netto mehr in der Tasche und der Arbeitgeber kann neue Arbeitsplätze schaffen, da Arbeit im Allgemeinen nicht mehr zu teuer ist. Netter Nebeneffekt: Das lockt auch ausländische Investoren nach Deutschland, dessen Standortattraktivität lediglich leidet, weil die Arbeit zu teuer ist. So würde sich die Spirale nach oben fortsetzen, es würde mehr konsumiert, mehr produziert, mehr eingestellt, mehr erwirtschaftet. Die Arbeitslosigkeit würde sinken (zumal auch ein Anreiz zum Arbeiten da ist, da keine unendlichen Sonderleistungen vom Staat getragen werden) und die Wirtschaft würde sich erholen.
Durch den freien Markt würden sich die Preise durch den Wettbewerb regulieren. Die Eigenverantwortung der Bürger würde steigen. Die erste und zweite Generation hat damit eventuell noch Schwierigkeiten, für die dritte Generation bereits wäre all das „normal“.
Der Staat hätte die Möglichkeit, sich um die Dinge zu kümmern, um die er sich kümmern soll: um die Sicherheit nach innen und außen, um Bildung, um Infrastruktur, Basisabsicherungen, Justiz. Keine Subventionen mehr, keine Lobbies mehr. Politik, die dem Land guttut.

Man beachte, dass das nur ein Gedankenspiel ist ;)

 

steuer ersparnis? 5 Februar, 2007

Gespeichert unter: politik, steuern — amazingfufu @ 18:23

hm…lohnabrechnung vom januar angeschaut….netto tatsächlich 18 euro mehr…

paradox allerdings, dass ja alles teurer geworden ist, weil durch die erhöhte mehrwertsteuer überall aufgeschlagen wurde :ugly: da bringen die 18 euro auch nix :D